Mein
Zimmer hat vier Wände. Eine Decke und einen Fußboden nur, aber
vier Wände. Ich kann sie nicht überblicken. Es sind einfach zu
viele. Als ich einzog, maß ich den Raum aus. Ich wußte, wie
lang und wie breit der Raum war. Er war fast quadratisch. Ich stellte meinen
Raum voll mit Möbeln, bis ich ihn und die Wände hinter ihm nicht
mehr sah. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie lang und wie breit er ist.
Die Wände können sich hin- und herbewegt haben, nach Lust und
Laune, und ich habe sie nicht gesehen. Sie müssen nicht mehr hinter
den Bildern sein und hinter den Möbeln. Sie könnten überall
sein. Sie können sich vor mir verstecken, daß ich sie nicht
mehr wiederfinde, wenn ich sie suche.
Ich schaue nach links. Eine Urkunde der Musikschule, groß und matt. Ich starre sie an. Sie starrt mich an. Dann drückt etwas von hinten davor, zwei Hände zeichnen sich durch meine Urkunde ab und wandern mit gespreizten Fingern hin und her. Ich traue mich nicht, sie anzufassen. Ich bleibe zwischen meinen Händen sitzen. Wand, da wird nur Wand sein, hinter meiner Urkunde. |