| Der Lampenschirm | |
| Er steht auf und
schaut sich um. Es ist dunkler geworden. Der Lärm ist vorbei. Er reibt
sich die Nase. Sie haben ihn nicht entdeckt. Sie sind fort. Sie haben ihn
unterschätzt. Er schaut auf zur Lampe; der Schirm hat eine neue Delle,
sie pendelt noch ein wenig hin und her. Er atmet tief.
Plötzlich reißt ein grelles Licht
die gepolsterte Wand hinter ihm auf, erst ächzt, dann brüllt
etwas. Ein hohles Meckern ertönt, als der Riß den Boden erreicht,
dann brechen Farben ein, formen sich zu einem formlosen Körper, stehen
einen Sekundenbruchteil im Raum, dann rasen sie. Sie schießen von
einem Winkel des Raumes in den Anderen, schlagen auf den Boden, vor die
Decke, werden schneller
Er macht die Augen auf. Er hat sich wieder in den Winkel hinten rechts geworfen und zusammengekauert. Er hat die Augenlider mit aller Kraft zusammengepreßt, die Kieferknochen, die gefalteten Hände. Langsam löst sich die Spannung. Der Lärm ist nie vorbei. Jederzeit kann er ihn hier heimsuchen. Er steht auf. Er betrachtet den Lampenschirm; er hat eine Delle. Er legt die Stirn in Falten. Diesmal will er die Wahrheit sagen. Er hält es nicht mehr aus. Er geht ruhigen Schrittes herüber zur Tür. Sie wartet. Sie steht gleichgültig. Sie ist aus Eisen, schwer und kalt. Das Geräusch, das es gibt, wenn man die Tür zuwirft, ist unglaublich. Ein Knall, der bald eine Minute hier im Raum steht und dröhnt. Er tritt vor die Tür, ganz vorsichtig. Sie pocht. Fester. Sie klingt etwas nach, er tritt wieder und wieder, ein Ton hält sich jetzt in der Tür, der mit jedem Tritt intensiver wird und metallischer. Die Tür klingt hinaus auf den Flur. Da wo die Menschen sitzen, die ihn gefangenhalten. Die sitzen in kleinen Räumen am Flur und spielen Karten. Seit Jahren schon. Er kennt sie. Einmal, als er vom Waschen ausgebrochen ist, hat er sie gesehen. Sie sind aufgesprungen, haben ihn fest an den Armen gerissen, die er ihnen entgegenstreckte und ihn in seine Zelle geschleppt. Dort konnte er sich gerade noch in eine Ecke retten, als schon die Farbe hineinbrach. Immer wieder kommt sie zu ihm. Der ganze Flur dröhnt jetzt.Die Tür wird aufgerissen, sein Fuß tritt ins Leere, in den Gang hinein. Vor ihm steht einer von den Menschen. "Was ist."
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